Self Made Urbanism Spandau Tiflis: Von leeren Parkhäusern, umgenutzten Garagen und Kamikaze-Balkons

Samstag, 6.10.2018, 15 – 18 Uhr, im Stadtteilladen im Staaken Center

Erreichbarkeit: Haltestelle Heerstr./Magistratsweg – Bus M37 (ab S+U Rathaus Spandau – RE 2/4/6, RB 10/13/14, S3/S9/U7) oder M49 (ab S-Bahn Heerstaße – S3/S9)

Wohlfahrtstaatlich regulierte Urbanität vs. dynamische Raumerweiterungen. Wie funktioniert der Alltag in zwei Großwohnsiedlungen sehr unterschiedlicher Kontexte? Ein Mini-Workshop mit Bildern und Thesen der georgischen Architektin Tinatin Gurgenidze, lokalen Expertisen aus Spandau und städtischen Erkundungen vor Ort untersucht jeweils formale Strukturen und informelle Dynamiken, beteiligte Akteure und Institutionen.

Die Siedlung Heerstraße Nord in Spandau wurde zwischen 1962 und Anfang der 80er Jahre als Trabantenstadt am westlichen Stadtrand gebaut – in der Annahme, dass alle ihre Bewohner im fordistischen Arbeitsverhältnis stehen und ein eigenes Auto besitzen. Knapp eine Dekade nach der Errichtung der letzten Häuser änderten sich die Rahmenbedingungen des regionalen Arbeitsmarktes dramatisch, seitdem lebt ein erheblicher Teil der Menschen in Heerstraße Nord von Transferleistungen. Es gibt dort eine große Zahl an Parkhäusern, von denen einige ganz leer stehen, da viele der Bewohner sich einfach kein Fahrzeug mehr leisten können. Zeit die Strukturen anzupassen! Über die Gestaltung und Nutzung öffentlicher Räume darf die Quartiersbevölkerung aber kaum mitentscheiden. Gerade die Parkhäuser könnten Orte selbstbestimmten Handelns werden. Ihre weiten, offenen Flächen sind leicht transformierbar. Es ließe sich Anleihe nehmen bei den Garagen von Gldani, einer Großsiedlung in Tiflis. Sie wurden in kleine informelle Läden oder Werkstätten umgewandelt und funktionieren als soziale Treffpunkte im Quartier.

15:00 – 16:00 Uhr

  • „Gldani Garagen“, Präsentation von Tinatin Gurgenidze, Tiflis Architektur Biennale
  • „Vorschläge für räumliche Interventionen“, Präsentation von Hütten & Paläste, Architekten, Berlin
  • „Sozialarbeit in Heerstraße Nord“, Input von Petra Sperling und Tom Liebelt

16:00 Uhr „Hexagonale Hochhäuser und ein Geister-Parkhaus“ Neighborhood Walk / Nachbarschaftserkundung von und mit Mohamed Zaidi

17:00 Uhr Diskussion mit metroZones

Veranstalter*in(nen):
metroZones in Zusammenarbeit mit dem Gemeinwesenverein Heerstraße Nord im Rahmen von urbanize! Internationales Festival für urbane Erkundungen 5. – 14. Oktober 2018 in Berlin

www.berlin.urbanize.at