globalPrayers.Saloon #3. Liberation Spirits beleuchten

globalPrayers.Saloon #3
Liberation Spirits beleuchten.
Gespräch über das Verhältnis zwischen Religion und Befreiung in den Städten

Mit metroZones diskutieren Esther Andradi (Buenos Aires / Berlin), Ole Frahm (Berlin) und Klaus Ronneberger (Frankfurt/M)

Das Projekt global prayers. erlösung und befreiung in der stadt erkundet, wie neue religiöse Gruppen und Bewegungen urbanes Leben in großen Städten der Welt verändern und wie die Städte wiederum als Labore religiöser Innovationen fungieren. Damit einher geht die Frage nach einer politischen Einschätzung der neuen „spirituellen“ Gemeinden und Gemeinschaften.
Das Religiöse gilt der hiesigen Linken tendenziell als antilibertär und fundamentalistisch. In Lateinamerika hingegen waren sozialer Widerstand und Guerillabewegungen kaum ohne eine Theologie der Befreiung denkbar – und spielten auch in städtischen Kämpfen und der Politisierung der urbanen Jugend eine zentrale Rolle. Bis heute ist die Erfahrung der „Befreiungspriester“ präsent. Zugleich aber scheinen sich dort ein Großteil der „städtischen Armen“ Erlösung heute eher von neuen Kirchen oder Kulten zu versprechen.
Wirken die neuen religiösen Bewegungen befreiend oder autoritär auf das Leben der Menschen, sind sie eher emanzipatorisch oder reaktionär? Die Forschungen von Global Prayers deuten darauf hin, dass es keine klaren Antworten auf diese Fragen gibt. metroZones lädt daher zu einem Gespräch über das Verhältnis von Religion und Politik, Glauben und Revolte ein. Es geht um die totgesagten Gespenster des Religiösen und das Begehren nach Sinnstiftung, um politische wie religiöse Transzendenz, Kulte und Visionen, ebenso wie um Gemeinschaft und Abgrenzungen und darum, dass sich Gläubigkeit womöglich gar nicht auf Religion beschränken lässt.
4. November 2011, 20 Uhr NGBK, Oranienstr. 25, 10999 Berlin-Kreuzberg, 1. Etage