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Aernout Mik - Speaking in Tongues
Mit Lars Eidinger, Burkhart Klaußner und vielen anderen
Multikanal-Videoinstallation

15.11.2013 - 12.1.2014. Haus der Kulturen der Welt
Öffnungszeiten Mi - Mo 11-19 h. 15. und 16.11. bis 22 h



Eröffnung Do 14.11. 19h bei THE GLOBAL PRAYERS CONGRESS
mit Jochen Becker (metroZones), Aernout Mik und zahlreichen Darstellern, Eintritt frei
Diskussion 20h: SPECULATIVE STAGING
Gesprächsrunde mit Aernout Mik (Künstler, Amsterdam), Martijn Oosterbaan (Kulturanthropologe, Amsterdam), Stefan Heidenreich (Autor, Berlin). Moderation: Sabeth Buchmann (Kunsthistorikerin, Wien/Berlin)

Eine begehbare Videoinstallation und künstlerische Erkundungsarbeit: Die neue umfangreiche Arbeit von Aernout Mik "Speaking in Tongues" hat im HKW Premiere. Der niederländische Videokünstler macht Erscheinungsformen neuer transnationaler religiöser Bewegungen erfahrbar. Die Multikanal-Installation überführt Aufnahmen religiöser Gemeinden in Südamerika und Afrika in inszenierte Kollektivrituale der Geschäftswelt. Neben dem als Kongresshalle erbauten Haus, das den Performances den Rahmen gibt, und über 200 Statisten spielen Lars Eidinger (bekannt u.a. aus "Alle Anderen" von Maren Ade) und Burkhart Klaußner ("Das weiße Band" von Michael Haneke) eine entscheidende Rolle.

Die Werke von Aernout Mik, der auf den Biennalen von Venedig und São Paulo vertreten war, reflektieren die soziale Verfasstheit unserer Gesellschaften. Im Zentrum von "Speaking in Tongues" steht eine "Konvergenz" zwischen Wirken und Gebaren der Akteure von Finanzmärkten und internationalen Konzernen und dem von transnationalen Heilsbewegungen. Die neu aufkommenden religiösen Bewegungen, für die nicht nur Heils- und Erlösungsverheißungen, sondern auch das Versprechen materiellen Wohlstands und Freiheit charakteristisch sind, gehen oftmals nach Vorbild internationaler Unternehmen vor. Demgegenüber sind in der Unternehmenskultur religiöse Verhaltensmuster und esoterische Zeremonien zu beobachten. Große säkulare Versammlungen der Geschäftswelt haben sich verborgene religiöse Riten und Eigenschaften einverleibt.
In "Speaking in Tongues" verbinden sich Dokumentationen von Pfingstgemeinden in Lagos, Belo Horizonte und Rio de Janeiro mit Inszenierungen von exzentrischen Business Meetings. Was als geschäftliche Veranstaltungen erkennbar wird, mutiert zu einer ambivalenten Form, in der säkulare und religiöse Motive und Kollektivrituale ineinander übergehen und tranceähnliche Zustände sich als "Zungenreden" ausbreiten. Aernout Miks Arbeit schafft aus unterschiedlichem Quellenmaterial eine Landschaft der Übergänge zwischen dem Religiösen und dem Weltlichen.

Das im Rahmen des Kunst- und Forschungsprojekts Global Prayers. Erlösung und Befreiung in der Stadt realisierte Vorhaben von Aernout Mik präsentiert exemplarisch das Potential künstlerischer Erkundungen und verbindet ästhetische sowie dokumentarische Vorgehensweisen miteinander. Die Performance reflektiert die einzelnen Phasen der Wissensgenese und macht sie erfahrbar.

In Auftrag gegeben von und produziert für Global Prayers. Mit Unterstützung von: Mondriaan Fund, Hauptstadtkulturfonds Berlin und Haus der Kulturen der Welt in Kooperation mit metroZones - Center for Urban Affairs.


14.11.2013 - 16.11.2013 Haus der Kulturen der Welt
The Global Prayers Congress
Faith in the City

Lectures, Diskussionen, Filmscreenings

Die Stadt ist kein a-religiöser Raum, das zeigen alle Erkenntnisse, die das internationale und interdisziplinäre Projekt GLOBAL PRAYERS. ERLÖSUNG UND BEFREIUNG IN DER STADT gewonnen hat. In Gesprächen, Präsentationen, Film- und Rauminstallationen erkunden Wissenschaftler und Künstler gegenwärtige Manifestationen des Religiösen in der globalen Stadt und beleuchten unter dem Schlagwort „decolonize research“ Fallstricke, Methoden sowie theoretische und praktische Implikationen von wissenschaftlicher und künstlerischer Forschung.Die Ausstellung SPEAKING IN TONGUES des niederländischen Künstlers Aernout Mik eröffnet den GLOBAL PRAYERS CONGRESS.

Mit Sammy Baloji (Fotokünstler, Brüssel/Lubumbashi), Jochen Becker (Kurator, Berlin), Mustapha Adebayo Bello (Islamwissenschaftler, Lagos), Filip de Boeck (Anthropologe, Leuven), Manuela Bojadžijev (Europäische Ethnologin, Berlin), Sabeth Buchmann (Kunsthistorikerin, Wien/Berlin), Ayse Çavdar (Journalistin und Stadtforscherin, Istanbul), Rima Chahrour (Multimedia-Künstlerin, London), Sabrina Dittus (Filmemacherin, Berlin), Köken Ergun (Filmemacher, Berlin/Istanbul), Encarnación Gutiérrez Rodríguez (Soziologin, Gießen), Mona Harb (Stadtforscherin, Beirut), Stefan Heidenreich (Autor, Berlin), Christine Hentschel (Stadtsoziologin, Berlin), Marloes Janson (Anthropologin, London), Grada Kilomba (Schriftstellerin und Gendertheoretikerin, Berlin), Katrin Klingan (Kuratorin, Berlin), Stephan Lanz (Stadtforscher, Berlin), Mikhail Lylov (Filmemacher, Paris), Elke Marhöfer (Filmemacherin, Paris), Birgit Meyer (Anthropologin, Utrecht), Aernout Mik (Künstler, Amsterdam), Christian Nowatzky (Pastor und Leiter des „Berlin-Projektes“, Berlin), Martijn Oosterbaan (Kulturanthropologe, Amsterdam), Peter Ott (Filmemacher,Basel/Stuttgart), Jennifer Robinson (Stadtforscherin, London), Sandra Schäfer (Filmemacherin, Berlin), Werner Schiffauer (Anthropologe, Berlin), Denise Scott Brown (Architektin, Philadephia), AbdouMaliq Simone (Stadtsoziologe, Adelaide/London), Lokman Slim (Publizist, Beirut), Hanan Toukan (Soziologin, Berlin), Eda Ünlü-Yücesoy (Stadtsoziologin, Istanbul), Kathrin Wildner (Stadtethnologin, Berlin

Programm >>>


www.globalprayers.info

neu erschienen:

Jochen Becker, Katrin Klingan, Stephan Lanz, Kathrin Wildner (eds.)
Global Prayers. Contemporary Manifestations of the Religious in the City
Lars Müller Publishers, 656 p., English, 35 Euro, 2014



Global Prayers folgt den Fragen von Erlösung und Befreiung in den globalen Metropolen. Urbane Kulturen und öffentliche Räume werden von neuen religiösen Praktiken durchdrungen. Religiöse Gemeinschaften schreiben sich akustisch, typografisch und architektonisch in die Städte ein. Sie erzeugen ihre eigene Ästhetik, ihre eigenen Konsumformen.
Religion und Urbanität galten in der Stadtsoziologie, aber auch in künstlerischen Produktionen lange als unvereinbar. Global Prayers stellt demgegenüber die These einer wechselseitigen Beeinflussung auf. Die Publikation beruht auf der Arbeit eines internationalen Netzwerks von Forschern und Künstlern und richtet ihr Augenmerk auf unterschiedliche urbane Gruppierungen und religiöse Gemeinschaften. Ihre Bewegungen durch die Stadt werden in den Beiträgen festgehalten und in kritischen Auseinandersetzungen bearbeitet.

Global Prayers examines questions of redemption and liberation in the cities of the world. New religious practices permeate public spaces and the cultural scenes of these metropolises. Religious communities inscribe themselves into urban life acoustically, typographically, and architecturally. They generate their own aesthetics and forms of consumption.
Urban studies as well as artistic productions have long viewed religion and urbanity as mutually exclusive. Global Prayers, in contrast, puts the case for just such reciprocal influences. The publication is based on the work of an international network of researchers as well as artists, focusing on diverse urban assemblages and religious communities. The contributions record their movements and critically engage with them.

Mit Beiträgen von / With contributions by:
O¨zge Aktas & Eda U¨nlu¨-Yu¨ceso¨y, Nezar AlSayyad, Yasmeen Arif, Ade´ Bantu, Jochen Becker, Sabine Bitter & Helmut Weber, Regina Bittner, Filip De Boeck, Hiba Bou Akar, Thomas Burkhalter, Ayse C¸avdar, Aryo Danusiri, Amanda Dias, Ronald Du¨ker & Stefanie Peter, Alexa Fa¨rber, David Garbin, Hengameh Golestan, Gerda Heck, Anne Huffschmid, Johannes Ismaiel-Wendt, George Jose, Katrin Klingan, Stephan Lanz, Brian Larkin, Ferdinand Mbecha, Birgit Meyer, Aernout Mik, Martijn Oosterbaan, Joseph Rustom, Sandra Scha¨fer, Werner Schiffauer, Surabhi Sharma, Abdoumaliq Simone, David Spero, Hidayet Tuksal, Asonzeh Ukah, Camilo Jose´ Vergara, Kathrin Wildner, Paola Yacoub

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metroZones e.V.

metroZones – Center for Urban Affairs was founded in Berlin in 2007 as an independent association. Its mandate is to bring together different approaches in research, knowledge production, cultural practice and political intervention at the interface of art, academia and politics, and to provide a forum for their public discussion. In this, we rely on international, interdisciplinary and inter-institutional collaboration. >>>
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Caracas, sozialisierende Stadt. Die „bolivarianische“ Metropole zwischen Selbstorganisation und Steuerung
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Faith is the Place. The Urban Cultures of Global Prayers

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Urban Prayers. Neue religiöse Bewegungen in der globalen Stad
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mZ Projekte
global Prayers - Redemption and Liberation in the City
a transdisciplinary, transregionally comparative research and cultural project
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www.globalprayers.info


mZ.SALOONS >>>
mZ.SALOONS sind eine Reihe unregelmäßig stattfindender Veranstaltungen, Diskussionsrunden und Workshops zu akuten Fragen städtischen Handelns in lokaler und internationaler Perspektive
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Bild: Arwed Messmer