metroZones.Saloon #0. Das Politische der Stadt! – The Right to the City?

metroZones.Saloon #0
Das Politische der Stadt! – The Right to the City?
28. und 29. Juni 2008, Berlin

Die Krise politischer Repräsentation sowie radikale ökonomische Transformationen befördern derzeit vielerorts neue Formen städtischer Praxis, urbaner Mobilisierung und Organisierung sowie kultureller Widerständigkeit. Unter dem Schlagwort >The Right to the City< formieren sich seit einigen Jahren in verschiedenen Ländern soziale Bewegungen, bei denen entweder das Recht auf Wohnraum, der Zugang zu Bildungsinstitutionen und anderen städtischen Einrichtungen, die Präsenz in der Öffentlichkeit oder die zunehmende Verdrängung von einkommensschwachen Bewohnergruppen aus den Zentren der Metropolen Gegenstand der Auseinander setzungen sind. Auch bei uns ist die Debatte um das Recht auf Stadt inzwischen mit einiger Verspätung angekommen, und stellt nicht nur die Frage, wie urbane Interventionen und Strategien der Raumaneignung und -produktion, welche sich gegen herrschaftliche Definitionen des Städtischen richten, heute aussehen [könnten], sondern auch nach dem, was wir selbst als das „Politische“ in der Stadt begreifen.

metroZones e.V. * lädt hiermit zu einer Veranstaltung und zu einem Workshop am 28. und 29. Juni in Berlin ein um diese Fragen zu diskutieren. metroZones hat sich als unabhängiger Verein mit dem Ziel gegründet, an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Politik unterschiedliche Ansätze von Forschung, Wissensproduktion, kulturellen Praxen und politischen Interventionen/Bewegungen zusammenzubringen und zu thematisieren. Dabei setzen wir auf internationale, interdisziplinäre und institutionelle Kooperationen.

Öffentliche Veranstaltung am Samstag 28. Juni 2008 20.30 Uhr bei Pro qm, Almstadtstr. 48-5

u.a. Kurzbeiträge von Marcelo Lopes de Souza (Rio de Janeiro) und Stephan Lanz (Frankfurt/ Oder u. Berlin) zu Stadtteil- und Favela-Bewegungen in Brasilien; Kathrin Wildner (Hamburg u. Frankfurt/Oder) und Anne Huffschmid (Berlin u. Mexiko Stadt) zu politischen Aneigungen von/in Mexiko Stadt; Britta Grell (Berlin) und Gerda Heck (Köln) zu >The Right to the City Alliance< in den USA; Ellen Bareis (Frankfurt/Main) , James Redfield (Hanover, USA und Berlin) und Erwin Riedmann (Berlin) zu Schulkonflikten in den französischen Banlieues und Berliner Armutsquartieren.

Workshop Sonntag, 29. Juni 2008, 12.oo-17.oo Uhr in der Prinzenallee 58, Berlin-Wedding

Der Workshop findet im Anschluss an die Veranstaltung am Samstag statt und will in einer kleineren Runde einige der angesprochenen Themen genauer diskutieren.

Teil 1
Inputs der Veranstalter und Teilnehmer zur Bedeutung des Bezugsrahmens „Right to the City“ für aktuelle städtische Konflikte, Praxen und Auseinandersetzungen.

Teil 2
Bestandsaufnahme und Fragen nach Trägern, Strategien und Zielen von neuen Formen der Organisierung, des kollektiven Widerstandes und städtischen Handelns in globaler Perspektive, basierend auf Erfahrungen aus unterschiedlichen städtischen Kontexten und
Arbeitsbereichen (Kunst/Kultur, politische Organisierung, soziale Arbeit, Alltagspraxis etc.).

Teil 3
„Recht auf die Stadt“? Diskussion um die Möglichkeiten der Kooperation und Notwendigkeiten von neuen Formen der Intervention im lokalen und internationalen Rahmen.

Im Workshop sollen folgende Fragen im Zentrum stehen:
– >The Right to the City< in Theorie und Praxis: Grundlage und Synthese für neue Formen der kollektiven Aneignung und Organisierung?
– Urbane Praktiken und Konflikte an verschiedenen Orten – Querkopplungen und Vergleichbarkeit?
– Verhältnis von kritischer Forschung, kulturellen und sozialen Initiativen und politischer Intervention?