Ein Recht
auf Sao Paulo
Vortrag und Diskussion in Berlin
„Das Recht auf Stadt“ ist der Titel des nächsten UN World Urban Forum, das im März 2010 in Brasilien stattfinden wird. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine Debatte darüber, was eine Stadt ausmacht: öffentlicher Raum, Dienstleistungen, Mobilität. „Das Recht auf Stadt“ steht auch für ein Konzept von Bürgerbeteiligung in der Stadtentwicklung. In Brasilien wurden dafür bereits politische Strukturen geschaffen.
Das Portrait von São Paulo soll das Recht auf Stadt am konkreten Beispiel diskutieren. Dabei gilt das besondere Augenmerk einerseits der Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Raum, andererseits den Erfahrungen von Bürgerbeteiligung in der Megastadt. Ein Kommentar zum Gebrauch des Begriffs „Recht auf Stadt" in Deutschland soll einen Eindruck von der Bandbreite an Themen und Bewegungen vermitteln, die unter diesem Titel zusammengefasst sind. Vorträge halten werden:
* Nelson Saule Júnior, POLIS Institut, Sao Paulo
Das Recht auf Stadt in São Paulo. Der brasilianische Kontext und konkrete
Erfahrungen mit Beteiligungsstrukturen in der Stadtplanung
* Tobias Töpfer, Institut für Geographie, Universität Innsbruck
Wir müssen draußen bleiben? - Bedeutung(slosigkeit) und Nutzung
von öffentlichem Raum in São Paulo
* Evaniza Rodrigues, Uniao Nacional pela Moradia Popular, UNMP, Sao Paulo
Was fordert die brasilianische Bewegung der Wohnungslosen? Möglichkeiten
und Grenzen der Mitbestimmungsinstrumente aus der Sicht der sozialen Bewegungen
für Stadtreform in São Paulo
* Britta Grell, metroZones e. V., Berlin
Brückenschlag zur Debatte um das Recht auf Stadt in Deutschland
Vorträge: 2. März 2010, 19.30 Uhr
Ort: Beletage der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, Berlin-Mitte
Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich
Archive of Shared Interests –
Transfer Zone – Temporary Life – Temporary Communities
30
Positionen/ Dossiers mit theoretischen, architektonischern, künstlerischen
Vorschlägen zu Gemeinschaft in der Transfer Zone
Das Institut für Theorie ZHdK im White Space Zurich
11. Dezember 2009 – 8. Januar 2010 / 26 Februar – 20 März
2010
Öffnungszeiten:
Donnerstag 17.12.2009 / 7.1.2010: 15-18 h oder nach Vereinbarung 079 231 33
36
KünstlerInnen:
Marina Belobrovaja / Ursula Biemann / Corner College / Jeremy Deller / eggerschlatter
/ Finger (evolutionäre zellen) / forschungsgruppe f / Fritz Haeg / Christina
Hemauer/Roman Keller / Michael Hieslmair/Michael Zinganel / interpixel / Martin
Kaltwasser/Folke Köbbeling / San Keller / Pia Lanzinger / Michaela Melián
/ MetroZones / Peles Empire / Frédéric Post / Public Works /
Alain Rappaport / raumlaborberlin / RELAX (chiarenza & hauser & co)
/ Oliver Ressler / Shedhalle / Erik Steinbrecher / Support Structure / Szuper
Gallery / tat ort / Jeanne van Heeswijk / Markus Weiss
Kuratiert von Karin Frei Bernasconi, Siri Peyer, Dorothee Richter,
Ausstellungsdesign Jesko Fezer with Postgraduate Program in Curating, ICS
ZHdK,
Graphikdesign Megan Hall.
„Transfer“ bezieht sich auf nomadische Lebenszustände in
den postfordistischen Gesellschaften, die eine Großzahl unterschiedlicher
Subjekte erfassen: Diese Art vorläufiges Leben führen sowohl Personen,
die als Wirtschafts-, Regime- oder Kriegsflüchtlinge unterwegs sind,
bis zu Spezialisten der IT Branche und KulturproduzentInnen - ohne diese Gruppen
gleichsetzen zu wollen. Dabei existieren negative Konnotationen der Vorläufigkeit
und Ortlosigkeit zeitgleich mit imaginierten Zuschreibungen der Innovation
und Flexibilität. Wie bildet sich nun dieser Zustand des Vorläufigen
in den alltagskulturellen Bildmedien und Architekturen ab? Wie werden Gemeinschaften
aufgerufen und organisiert? Und wie wird dies den Subjekten als erträglich
und wünschenswert vermittelt? Und welche Rolle spielen hierbei urbane
Architekturen, wo funktionieren diese als enthistorisierende Herrschaftsstrukturen,
wo stellen sie global wieder erkennbare Behälter für vagabundierende
Subjekte bereit, wie lassen sie andere, subversive Möglichkeiten zu?
Wie erzeugen Subjekte in diesen von Geldströmen dominierten Umgebungen
Nischen und Identifikationen? Wie organisieren sie eine Umkehrung von machtförmigen
Strukturen an den Knotenpunkten, den Architekturen, den Bildmedien, den Verabredungen
und Diskursen? Welche vorübergehenden Allianzen und Gemeinschaften werden
gebildet?
„Gemeinschaften“ aus Sicht von Künstler/innen, Theoretiker/innen,
Urbanist/innen werden als Gegenpol zur allgemeinen Gesellschaft und deren
Zwänge situiert, sie spielen aber auf höchst unterschiedliche Weise
eine Rolle. Ob Gemeinschaft als geheimer Sehnsuchtsort gedacht wird oder als
eine Bedrohung für das Individuum, ob als Kooperative, ob als Nachbarschaft
oder als gesellschaftliche Gruppe, ob Gemeinschaften aufgelöst werden
sollen, jedes Mal initiiert ein bestimmtes künstlerisches, architektonisches
oder theoretisches Konzept zur Gemeinschaft eine mitschwingende Botschaft
an das Publikum. Implizit sind bestimmte Handlungen für die Besucher/innen,
die Benutzer/innen, die Leserschaft vorgesehen, das Publikum wird revolutioniert,
integriert, informiert, belehrt, einbezogen oder gelenkt. Das Archiv versteht
sich zu dem großen Thema der „Gemeinschaft“ als Projektapparat,
der durch seine Differenz und Widersprüche diese diskutierbar macht.
Das Archiv wird perspektivisch als Projektapparat eines Forschungsprojektes
dienen und ab März 2010 erweitert und wieder gezeigt werden.
White Space // Office for Curating / Art / Theory
Programming: Dorothee Richter, Siri Peyer
Militärstrasse 76
Zugang über Kanonengasse neben Café Aloha
CH - 8004 Zürich
www.whitespace.ch
Kreuzberg 36 in der Krise?!
Steigende Mieten, Verdrängung und die Auswirkungen auf den Kiez
Podiumsdiskussion zur stadtpolitischen Entwicklung in Kreuzberg
14. Dezember, 19 Uhr SO36 Oranienstraße 190
Kreuzberg verändert sich. In den letzten Jahren sind die Mieten so stark
gestiegen, dass viele Menschen wegziehen mussten. Leute ohne deutschen
Pass oder mit wenig Geld haben es schwer, eine Wohnung zu finden. Schicke
Boutiquen und teure Bars haben die Atmosphäre verändert.
Wir wollen uns nicht
verdrängen lassen. Was können wir tun, wenn die Mieten weitersteigen?
Viele Menschen
in Kreuzberg bekommen Hartz IV. Wenn die Verordnungen für
Wohnkosten konsequent umgesetzt werden, wie es derzeit im Gespräch
ist, sind hier
besonders viele in ihrem Wohn- und Lebensumfeld bedroht. Drohen
Zwangsumzüge? Wie können wir uns dagegen wehren und wie können
wir uns gemeinsam
organisieren?
In einer Podiumsdiskussion soll diese Entwicklung kritisch beleuchtet und
in die aktuellen stadtpolitischen Debatten eingeordnet werden. Wir
wollen darüber
sprechen, in welchem Zusammenhang die aktuellen Probleme mit der
neoliberalen Stadtpolitik und den Privatisierungen der öffentlichen
Infrastruktur stehen und auch darüber wie die aktuelle Wirtschaftskrise
die Situation in den Städten verschärft. Aus mehreren Perspektiven
möchten wir
davon berichten, wie Kreuzberg sich verändert und was es bedeutet,
wenn die Mietsteigerungen ungebremst weitergehen. Wir wollen darüber
diskutieren, was für stadtpolitische Alternativkonzepte es gibt
und welche Gegenmaßnahmen
wir gemeinsam ergreifen können.
Wir wollen uns informieren, uns vernetzen und Handlungsmöglichkeiten
aufzeigen.
Mit uns diskutieren
Joachim Oellerich (Berliner Mietergemeinschaft), Neriman Kurt (Kotti
e.V.), Dr. Franz Schulz Bezirksbürgermeister), Dr. Erwin Riedmann (Stadtsoziologe),
N.N. Gruppe Soziale Kämpfe, GSW Berlin (angefragt)
Es wird ins Türkische und Arabische übersetzt
www.so36.de www.kotti-berlin.de www.gruppe-soziale-kaempfe.org
The Transnationality of Cities
International Conference at the graduate program »Transnational
Spaces«
3rd - 5th December 2009
Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder
Cities are appropriate sites for an examination of the spatial dimension
of transnationality. This is where global processes are concentrated, localized
and become transformed and materialize in physical space. In most recent studies
on transnationality categories of space are acknowledged in basic terms like
'bifocality' and 'here and there', they are generally examined focussing on
social networks, but not with regard to the (material, social or discursive)
constitution of space.
The conference focuses on the manifestation of transnationality in cities,
on the physical transformation of spaces as arenas for transnational actors
and transborder activities, on social spaces where social and economic networks
intertwine or on narrative and discursive spaces created by cultural production
or the media. The significance of migration, global economies as well as everyday
practices for current urban transformation processes is emphasized. Urban
space is not a setting for transnational practices but a constituent force
of transnationality in all its guises.
How are urban spaces affected, transformed, connected by transnational processes
and created anew? How do transnational activities – actors, institutions,
economic networks – relate to and manifest themselves in urban space?
In what ways do transnational flows of knowledge and political concepts, global
power relations and the interconnectedness of political actors affect models
of urban governance?
The questions posed at this “transdisciplinary” conference focus
- both on a theoretical and on a ethodological level - on the significance
of transnational flows for the production of urban space. The panels include
a variety of perspectives, focussing on flows of ideas, discourses and objects
and their local manifestations.
Program: Thursday, 3.12.2009 / 6.00 pm – 8.30 pm // Welcome European
University Viadrina - Keynotes on Transnationalism // Prof. Dr. Stefan Krätke,
European University Viadrina, Frankfurt/Oder: Welcome // Prof. Dipl.Ing. em.
Hans Harms, London/Berlin: Cities of the South in the Context of Transnational
Urbanism and International Development Policies // Prof. Dr. John Eade, Roehampton
University, London: The Return of the Local? Transnationalism, Translocalism
and Religion in the Global City // Reception: Poster presentation by the Ph.D.
Students of the graduate program “Transnational Spaces”
Friday, 4.12.2009 / 9.30 am – 1.00 pm // Transnational Urban Spaces
— Cultural Repertoires and Everyday Practices - Moderation: Dr. Kathrin
Wildner, European University Viadrina, Frankfurt /Oder // Dr. Martijn Oosterbaan,
Utrecht University: Transnational Brazilian Evangelism and Media // Dr. Kerstin
Pinther, Goethe University of Frankfurt/Main: Migration, Architecture and
Transnational Spaces // Prof. Dr. Faranak Miraftab, University of Illinois,
Urbana-Champaign: Emergent Transnational Spaces: Meat, Sweat and Global (re)Production
in the Heartland // Dr. Clara Irazábal, Columbia University, New York:
Transnational Planning: Reconfiguring Spaces and Institutions // 2.30 pm –
6.00 pm // Urban Governance Models // Moderation: Dr. Stephan Lanz. European
University Viadrina, Frankfurt/Oder // Prof. Dr. Katharyne Mitchell, University
of Washington, Seattle: From Moody´s to Compstat: Why Neoliberal Urban
Governance Lives On // Dr. Richard Pithouse, Durban, South Africa: Let’s
Keep it Real (The Anti-Politics of Most Attempts at Global Solidarity) //
Prof. Dr. Roger Keil, York University, Toronto: Transnational Urban Political
Ecology: Health, Environment and Infrastructure in the Unbounded City // Prof.
Dr. Marcelo Lopes de Souza, University of Rio de Janeiro: Challenging Heteronomonous
Power in a Globalised World: Insurgent Spatial Practices, Militant Particularism’
and Multiscalarity
Saturday, 5.12.2009 / 9.30 am – 12.30 am // Localizing Global Value
Chains in Global / Globalizing Cities - Moderation: Prof. Dr. Stefan Krätke
European University Viadrina // Michael Hoyler, Loughborough University, Leicestershire:
Spaces and Networks of Musical Creativity and Music Production in the City
// Dr. Sandra Alarcón, Universidad Iberoamericana, Mexico City: Tianguis
Global – Transnational Connections between Mexico City and Los Angeles
// Prof. Dr. Christof Parnreiter, University of Hamburg: Global City Formation,
Real Estate Economy and the Transnationalization of Urban Spaces // 1.00 pm
– 3.00 pm // Final Discussion: The Transnationality of Cities - Moderated
overarching discussion with representatives from all panels and as special
guests // Prof. Dr. Margit Mayer, Free University of Berlin // Prof. Dr. Schiffauer,
European University Viadrina, Frankfurt/Oder
registration and further information http://www.kuwi.euv-frankfurt-o.de/de/lehrstuhl/vs/wisogeo/Tagung/Programm/index.html
INTERNATIONAL
CONFERENCE
POST-CAPITALIST CITY
PULA, CROATIA
14.
- 16.
August 2009

Invited groups:
Exyzt, Pariz
Fram-menti, Treviso
Hackitectura, Sevilla
Krax, Barcelona
Elena Marchigiani, Trieste,
MetroZones, Berlin
M.i.m.o. Lab, Milano
Multilpicity, Milano
Observatorio Metropolitano, Madrid
Raumlabor, Berlin
Salottobuono, Venice
Self Made City, Rome
Dustin Tusnovics, Vienna
The city is the space where the reproduction of social, political and economic
forms of life takes place and where these forms of life confront instrumental
political power or political diagonal. This reproduction of forms of life
represents the central site of exploitation as well as of resistance. Resistance
is manifested through production of common values and through cooperation.
This complex environment can be the key force behind the making of democracy,
justice, common values and free space. Cities can become places of post-capitalism.
Conference on Post-capitalist City, Pula - Croatia, 14.-16.8.2009.
During three days, the Conference on Post-capitalist City will present the
common experiences of European groups involved in mapping, planning and creating
situations which escape both the capitalist logic of production of space and
reproduction of life. Some of these groups will present their work in the
form of lectures after which discussions will follow.
- The goal of the Conference is to affirm an international network of individuals
and groups exploring various forms of self-organizing in urban planning. The
participants' experiences, their current projects and practices, will be collected
in a catalogue/brochure which will be used for further activities. The catalogue
is conceived as a theoretical elaboration of practices, sorted by the criteria
of 1) method 2) tools/instruments 3) strategy and tactics.
- Our intention is to share experiences as well as create a Document summarizing
our conclusions into a general thesis to be used in further actions.
The project's hypothesis: It is necessary to reread the processes of exploitation
and resistance in the city as well as understand the curren relations of political
powers in order to create a new urbanism, independent from the state and other
political institutions. In other words, we propose that the separation of
urban planning from the state is finally conceivable. The existing forms of
production and life have already erased the border between the profession
and its beneficiaries, between planners and citizens, architects and activists.
To research new aspects of urban development is to reinvent them. Individual
experience has become the key for describing the new urban dynamics.
The Symposium will take place in Pula, a city on the Croatian coast. This
environment should be inspiring for investigating the separation of planning
and state because the state has been retreating from Pula for the last 20
years. An historical military port, the town was deserted by the army and
now offers vast abandoned areas. Most of these spaces did not integrate into
commodity markets and the accompanying system of political power, but were
transformed instead into a laboratory for new forms of living, an informal
economy and autonomous production of common values. At this moment, the size
of the ex-military areas developing independently is ten times bigger than
the ex-military areas officially integrated into the dominant economic regime.
The process of demilitarization in Pula started as a minor issue, but has
subsequently grown into the central process by which the city is transformed.
As in other cities in a similar situation, here too the same question arises:
What knowledge, methods and tools are needed to establish a new practice of
city planning based on new forms of living, and to turn the existing political
diagonal in its own advantage?
The Symposium on Post-Capitalist City is a part of the Multimedia festival
Media Mediterranea.
more information and the detailed programme
here postcapitalistcity.blog.hr
general
info on smu-research.net
___
Landesgalerie Linz am Oberösterreichischen Landesmuseum
9. Juli 2009 – 13. September 2009
Jochen Becker / metroZones
VERSORGER MODERNE
Rotes Wien, Neues Frankfurt, Hitlerbauten Linz
ein räumlicher Kommentar innerhalb der Ausstellung
Sabine Bitter / Helmut Weber
RIGHT, TO THE CITY
„Roosevelt soll mal gesagt haben: "Never
waste a good crisis.’“
Tarek Al-Wazir, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 31.5.09
Als räumlicher Kommentar erkundet Versorger Moderne Fragen von Selbstversorgung
und Informalität, von Wohlfahrt und Nationalstaat, von Überwachung
und Versklavung. In einer “Dachstube der Schmutzigen Wäsche”
hängen hierzu Materialien aus.
Hiermit knüpft Versorger Moderne an Fragen der Ausstellung von Bitter/Weber
an, wie sie ihre Erkundungen zum Staatssozialismus im ehemaligen Jugoslavien,
zur von oben und unten angetriebnen “Bolivarischen Revolution”
in Venezuela oder zu nordamerikanichen Beispielen implodierender Wohlfahrtsmodelle
aufwerfen.
“Erschliessungsschächte” bilden dabei die Arbeiten des Architekturtheoretikers
Michael Zinganel (Wohnungselend in Wien, Gemeinschaftsräume des Roten
Wien), der Künstlerin Ella Bergmann-Michel (vier Kurzfilme zum Neuen
Frankfurt und dessen prekäre Rückseiten) sowie der Landschaftsplanerin
Heidi Schatzl (Wohnnutzungen in den Hitlerbauten Linz, Town Plan 1945).
In der Gegenüberstellung von austromarxistschen, sozialdemokratischen
und nationalsozialistischen Praktiken sollen revolutionäre Konzepte der
Verstaatlichung, von kommunaler Wohlfahrt, dem Autoritarismus des Staates,
den Enteignungen wie auch den Aneignungsprozessen der NutzerInnen zueinander
scharf gestellt werden.
Allen drei Praktiken einer regulierenden Wohlfahrt sind – unter den
Bedingungen der Zwischen/Kriegszeit – Notökonomien eingeschrieben.
“Hütteldörfer”, “Selbstversorger-Höfe”,
“Wohnungen für das Existenzminimum” und “Erwerbslose
kochen für Erwerbslose” spiegeln die Verwerfungen von Weltkriegen,
Weltwirtschaftskrisen und hoher Arbeitslosigkeit wider. Die wohlfahrtsstaatlichen
Modelle suchen Not zu lindern, aber auch die Eigendynamik der wilden Bauten
zu kanalisieren. Sozialstaat und Kontrolle bilden Knoten, Terror und Entrechtung
den Galgen.
Versorger Moderne untersucht scheinbar historische Modelle entlang der Soundtracks
von Hanns Eisler. Und greift Henri Lefebvres Forderung von “Recht auf
Stadt” auf: Als Frage nach der Selbstermächtigung der StädterInnen
jenseits des Staates, als Einforderung bedingungsloser Versorgung mit Gütern
des guten Lebens, als Abweisung neoliberaler Anrufungen (Hilf dir selbst,
denn der Staat wird's nicht mehr besorgen) und zugleich gegen den Autoritarismus
des Nationalstaates (Workfare statt Welfare).
Eröffnung Mittwoch, 8. Juli, 19 Uhr
Ausstellungsdauer 9. Juli 2009 – 13. September 2009
Landesgalerie Linz am Oberösterreichischen Landesmuseum
Museumstrasse 14, A-4010 Linz
t: +43-732-77 44 82-28
f: +43-732-77 44 82-66
galerie@landesmuseum.at
www.landesgalerie.at0
www.lot.at
aktuell
Ein Recht auf Sao Paulo
Vortrag und Diskussion in Berlin
2. März 2010, 19.30 Uhr
Archive of Shared Interests – Transfer Zone – Temporary Life –
Temporary Communities
11. Dezember 2009 – 8. Januar 2010 / 26 Februar
– 20 März 2010
Kreuzberg
36 in der Krise?!
Steigende Mieten, Verdrängung und die Auswirkungen auf den Kiez
14. Dezember, 19 Uhr SO36 Oranienstraße 190
>>>
The Transnationality
of Cities
International Conference at the graduate program »Transnational
Spaces«
3rd - 5th December 2009 >>>
International Conference
POST-CAPITALIST CITY
Pula, Croatia
14.
- 16.
August 2009
>>>
Versorger Moderne
9. Juli - 13. September 2009 >>>